Austausch zur internationalen Fachkräftegewinnung

(Mai 2026)

Austausch zur internationalen Fachkräftegewinnung (Mai 2026)

Ein Austausch zur internationalen Fachkräftegewinnung brachte Anfang Mai elf Partner*innen aus der Pflege im Bildungs-Institut für Pflegeberufe in Warburg-Rimbeck zusammen. Im Mittelpunkt standen die bisherigen Erfahrungen mit indischen Auszubildenden sowie die Frage, wie junge Menschen aus Indien für eine Pflegeausbildung im Kreis Höxter gewonnen und erfolgreich begleitet werden können.

Als Best-Practice diente die Gruppe von neun jungen Frauen, die seit August 2025 ihre dreijährige Ausbildung zur Pflegefachperson absolvieren und über die Hatune-Stiftung in Warburg-Rimbeck wohnen. Alle verfügen über ein B2-Sprachniveau, eine solide schulische Grundlage und zeigen hohe Lernmotivation sowie großes Interesse an der Weiterentwicklung ihrer Sprachkenntnisse.

Schulleiterin Silke Kaufmann erläuterte die strukturellen Voraussetzungen, die internationale Auszubildende benötigen, und betonte die Bedeutung verlässlicher Begleitung. Schwester Hatune Dogan stellte die Unterstützungsangebote ihrer Stiftung vor – von Wohnraum über Orientierungshilfen bis hin zu alltagspraktischer Unterstützung. Die Stiftung schafft derzeit Kapazitäten für rund 30 junge Menschen, die perspektivisch im Pflegebereich tätig werden könnten. Landrat Michael Stickeln hob hervor, dass internationale Fachkräfte ein zentraler Baustein zur Sicherung der pflegerischen Versorgung im Kreis Höxter sind und dass Kooperationen wie diese entscheidend für nachhaltige Lösungen seien.

Deutlich wurde auch, dass die Integration internationaler Auszubildender organisatorische und bürokratische Herausforderungen mit sich bringt. Besonders im ländlichen Raum stellt die Mobilität eine Kernproblematik dar: Viele Einsatzorte sind in Randzeiten kaum mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar, weshalb kreative und finanzierbare Lösungen dringend erforderlich sind. Ebenso wichtig ist die kulturelle und soziale Integration in Vereine und regionale Angebote, damit die Auszubildenden nach ihrem Abschluss in der Region bleiben und als Fachkräfte tätig werden. Das Bildungs-Institut arbeitet bereits an Konzepten, die Integration und Sprachentwicklung weiter stärken sollen.

Als ergänzende Einstiegsmöglichkeit wurde die ab 2027 geplante 18-monatige Pflegefachassistenzausbildung diskutiert, die – sofern die gesetzlichen Grundlagen eine Aufenthaltserlaubnis vorsehen – internationalen Bewerber*innen einen erleichterten Zugang zur deutschen Pflegelandschaft bieten könnte. Alle Beteiligten verständigten sich darauf, den gemeinsamen Austausch fortzuführen, um die internationale Fachkräftegewinnung weiterzuentwickeln und dem regionalen Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen.

 

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